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Sara, Jael
und Peter Locher unterwegs in der weiten Welt
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Bericht vom:
26. September 2006
7. November 2006 21. Dezember 2006
12. Februar 2007 30. Mai 2007
17. Juli 2007
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17. Juni
2007
Liebe
Freunde
Zum letzten Mal auf unserer bald 10-monatigen Reise melden wir uns
von unterwegs, aus Arequipa im Sueden Perus. Morgen fliegen wir - d.h. Sara
und ich, Jael ist bereits seit Ende Mai glücklich zu Hause bei Sara's
Familie - via Lima nach Hause. Wir freuen uns darauf, bald wieder in der uns
vertrauten Schweiz zu sein und vor allem Jael wieder bei uns zu haben.
Zuerst werden wir unsere Familien besuchen, einige Tage per Velo und
vielleicht auch in den Bergen unterwegs sein und so gegen Ende der
Sommerferien dann in unser Haus in Uetikon zurückkehren. Dann werden wir
einen neuen Job suchen bzw. Jael in ihre ursprüngliche Klasse zurückkehren
und der Alltag wird wieder einkehren...
Die letzten 4 Wochen in Peru haben wir viel erlebt, Peru war aber
gleichzeitig auch das schwierigste und anstrengenste Land unserer gesamten
Reise, so dass es besser war, dass Jael schon früher in die Schweiz
zurückkehrte. Die Armut (die Andenländer Bolivien und Peru dürften die am
wenigsten entwickelten Länder in Südamerika sein) ist insbesondere im kargen
Hochland überall zu spüren, besonders auf dem Land, wo die Leute unter sehr
schwierigen Bedingungen leben. Das kalte Hochlandklima in den Anden macht
alles noch viel schwieriger. Auch für die Stadtbevölkerung ist das Leben
nicht einfach. Im Gegensatz zu vielen Afrikanern sind die Leute hier weniger
geduldig (bzw. fatalistisch) und drücken ihr Unbehagen gegenüber den
Lebensbedingungen, den Löhnen, der Politik etc. sehr direkt aus (allerdings
hat man manchmal den Eindruck, dass viele Peruaner auch schlicht etwas dumm
sind - wieso wählen sie sonst 20 Jahre, nachdem der damals als unfähig
taxierte Präsident Alan Garcia das Land in eine wirtschaftliche Krise mit
Hyperinflation führte, erneut denselben Präsidenten...). Seit vielen Tagen
wird im ganzen Land gestreikt, was auch wir und alle anderen Touristen am
eigenen Leib erlebt haben. Die Streiks sind zum Glück mehrheitlich
friedlich, und von wenigen Ausnahmen abgesehen bleiben die Flughäfen offen,
so dass ihr in der Schweiz wahrscheinlich gar nichts oder sehr wenig davon
gehört habt. Die Streiks beschränken sich nicht auf Demonstrationen in den
Städten: Die meisten Läden und Restaurants blieben für mehrere Tage
geschlossen und viele der wichtigsten Strassen sind mit Tonnen von Steinen
blockiert, so dass der Busverkehr seit bald einer Woche praktisch ganz zum
Erliegen gekommen ist. So wurde unsere Reise über gut 300 km von Puno am
Titicacasee nach Arequipa etwas abenteuerlich: Zuerst war zumindest eine
Spur offen und es ging mit Slalomfahren einigermassen voran, in den
Andenhochebenen war nichts zu spüren (es leben auch kaum Leute dort, da man
bis auf 4500 m hoch fährt), ausser dass es komisch wenig Gegenverkehr hatte,
aber 25 km vor Arequipa wollte der Überlandbus nicht mehr weiterfahren. Wir
sind dann in einen überfüllten Minibus umgestiegen, aber nach wenigen km war
dann endgültig Schluss mit der Fahrt: Demonstranten in den steilen Hängen
oberhalb der Strassen liessen Steine und Felsbrocken auf die Strasse
runterdonnern, um sie zu sperren. So blieb uns nichts anderes übrig, als zu
Fuss weiterzugehen, wobei uns Polizisten den sichersten Weg entlang der
Bahntrasse und durch ärmliche Vororte von Arequipa wiesen. Dann wieder ein
kleines Stück per Taxi, bis er sich nicht weiter getraute (niemand will hier
Streikbrecher sein), und weiter zu Fuss (total waren es ca. 10 km), bis wir
schliesslich an den gröbsten Unruheherden vorbei waren und ein Lastwagen uns
bis ins Stadtzentrum brachte. Die Stimmung war erstaunlich gelassen und
viele Streikende munterten uns Touristen auf oder klatschten sogar... Nach
diesen Erlebnissen zogen wir es dann vor, die 3 Tage bis zu unserer Abreise
in der Stadt zu verbringen und auf Ausflüge in die Umgebung zu verzichten,
da man nie wissen konnte, wann bzw. wie man wieder zurück kommt.
Vielleicht noch kurz zum Hauptteil unserer Reise - zum Glück sahen wir das
Wichtigste auf Touren, bevor die Streiks losgingen. Einige Tage verbrachten
wir in Cusco, der ehemaligen Hauptstadt der Inkas, wo wir zufällig gerade
während und vor dem wichtigsten Fest des Jahres, genannt Inti Raymi, waren.
Täglich wurde in den Strassen getanzt, es gab farbenfrohe, aber auch laute
Umzüge bis in alle Nacht, etwa wie bei uns an der Fastnacht - gegen Schluss
hatten wir jedenfalls genug ob all dem Trubel... Dann machten wir eine
wöchige Reise in den Manu-Nationalpark, einer der unberührtesten Gegenden
des Amazonasbeckens und berühmt für seine aussergewöhnliche Biodiversität.
Ein Grossteil des Parkes ist unzugänglich (bzw. der Besuch verboten) und in
diesen Gebieten leben noch Leute, die keinen Kontakt zur Aussenwelt bzw. zur
sog. Zivilisation haben (bzw. diesen nicht wollen). Besonders spannend war
die Fahrt von 4000 m.ü.M. durch alle Klimazonen steil runter, zuerst per
Auto
und später flacher per Boot, durch alle Klima- und Vegetationszonen bis
auf 300 m.ü.M. Wir sahen, wenn auch meist nur aus beträchtlicher Distanz,
viele rel. seltene Tierarten wie Tapiere, Kaimane, Riesenotter und sogar
einen Jaguar. Faszinierend waren auch die vielen bunten Vögel, insbes. die
diversen Papageien und Aras. Spannend waren auch die diversen Spaziergänge
durch den unberührten Regenwald.
Anschliessend machten wir noch ein fünftägiges Trekking in einer Gruppe im
Gebiet des Salkantay (ein eindrücklicher 6-Tausender), das uns bis auf 4600
m hoch führte. Am letzten Tag besuchten wir Machu Picchu, das ja seit kurzem
zu den sieben neuen Weltwundern gehört - ein wirklich faszinierender Ort mit
einem magischen Touch, trotz der vielen Besucher. Anschliessend verbrachten
wir noch 2 Tage am Titicacasee, wegen des Generalstreiks auf der
peruanischen Seite in Puno (auf 3800 m.ü.M. gelegen), anstelle des
vorgesehenen Abstechers nach Bolivien. Das Gefühl war ähnlich wie vor
Jahrzehnten in der CH an einem autofreien Sonntag - es gab absolut keinen
motorisierten Verkehr in dieser grossen Stadt.
So, nun geht es ans Packen, Abschied nehmen und nochmals checken, ob die
Flughäfen auch wirklich offen sind... Wir hoffen, dass wir euch bald wieder
sehen und euch dann etwas persönlichere Eindrücke von unserer Reise
mitteilen können als man es in solchen Rundmails halt so macht. Und
vielleicht auch ein paar Bilder zeigen.
Herzliche Grüsse
Sara und Peter Locher
auf dem Heimweg
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30. Mai
2007
Liebe
Freunde
Wir sind vor ca. 10 Tagen in Französisch-Polynesien angekommen. Nach beinahe
sechs Monaten im meist kühlen Neuseeland ist die Hitze (über 30 Grad) sowie
die Feuchtigkeit hier ziemlich gewöhnungsbedürftig. Wir haben uns auf die
Wärme gefreut, aber wie das manchmal halt so ist, haben wir nun etwas gar
viel davon, ausser am frühen Morgen und am Abend, wo die Temperatur sehr
angenehm ist, so dass man die Postkartenmässigen Sonnenauf- und
-untergangsstimmungen so richtig geniessen kann. So freuen wir uns jetzt
wieder auf die Kühle in der Anden? Das türkisfarbene Meer wirkt trotz warmer
28 Grad als Abkühlung - nach nur etwa 15 Grad in Neuseeland ein klarer
Fortschritt.
Das touristische Polynesien haben wir bisher zwiespältig erlebt - die Natur
(z.B. auf Moorea, wo wir auch eine Wanderung machten) ist sehr
abwechslungsreich, viele Berge (eigentlich Vulkane) mit dichten Wäldern,
schöne Palmengärten mit vielen Blumen, gelegentlich Strände (aber es ist
nicht die Regel, und um schöne Schnorchelplätze zu erreichen muss man oft
mit einem Boot rausfahren (nicht wie auf den kleinen Inseln Fijis, wo sie
direkt am Strand lagen), aber die Hotels und Pensionen sind eindeutig zu
teuer für das Gebotene. Die Polynesier sind meist sehr freundlich und
unkompliziert, in den Hotels scheint man sich aber nicht sehr viel Mühe um
die Gäste geben zu müssen. Fazit: Für Hotelferien gibt es unserer Meinung
nach weit bessere Orte - wenn man die Distanz von der CH aus berücksichtigt
erst recht.
Ich sitze gerade im wohltemperierten Bauch einer Segelyacht, welche vor
Huahine, eine der "iles sous le vent" nordwestlich von Tahiti, vor Anker
liegt. Ein guter Freund von uns, Dario, ist mit seiner Frau und inzwischen
zwei kleinen Kindern seit mehreren Jahren unterwegs. Wenn ihr über deren
Projekt "TOPtoTOP", das sie mit Wind- und Muskelkraft auf die höchsten Berge
jedes Kontinents und in zahlreiche Schulen unterwegs führt, um vielen
Kindern (und Erwachsenen) zu zeigen, wie man mit einfachen Mitteln mehr
Sorge zu unserer Umwelt und unserem Klima führen kann, mehr wissen wollt, so
schaut doch auf folgende Website:
http://www.toptotop.org (bzw. für die Reports mit Bildern, auch von uns,
http://expedition.toptotop.org). Da es Sara und Jael auf einem Schiff
leider allzu schnell schlecht wurde und sie diese Art des Reisens deshalb
gar nicht geniessen können, haben wir uns für eine Zeit lang getrennt. In
den nächsten Tagen werde ich zusammen mit meinen Freunden noch zu weiteren
Inseln mit vielversprechenden Namen segeln: Raia-tea, Taha, Bora Bora,
vielleicht Maupiti. Nach der europäisch-geschäftigen Hauptinsel Tahiti mit
Papeete als einer der am wenigsten attraktiven Städte, die wir je erlebt
haben, ist der Rhythmus hier in Huahine sehr viel ruhiger - die Leute
schlendern in den Strassen umher, wenn es heiss ist machen sie Siesta (das
kann auch den ganzen Tag über sein - europäischer Arbeitseifer ist den
Polynesiern eher fremd) und haben alle Zeit der Welt. Heute Pfingstsonntag
haben wir einen Gottesdienst in der Kirche erlebt - immer eine gute
Gelegenheit, einen Eindruck in die lokale Kultur zu erhalten.
Da das letzte Rundmail schon längere Zeit zurückliegt, nochmals ein kurzes
Fazit zu unserem 4 ½-monatigen Aufenthalt in Christchurch. Alles hat sich so
entwickelt, wie wir es uns gewünscht haben. Sara konnte ihre
Englischkenntnisse in einer gut geführten Schule, wo sie sich sehr wohl
fühlte, stark verbessern und hat dabei auch ihr "Cambridge Exam in Advanced
English" gemacht und bestanden. Mit dem Proficiency-Kurs hat sie noch
begonnen, konnte ihn aber aus Zeitgründen leider nicht abschliessen. Jael
war glücklich, dass sie in der Selwyn House School so gut aufgenommen wurde
und hat dabei die Vorzüge einer Mädchenschule schätzen gelernt. Der
Unterricht ohne Knaben sei angenehmer, einzig beim Spielen draussen wäre es
manchmal lustiger, auch Buben dabei zu haben - so das Urteil verschiedener
Mädchen zur Frage, ob sie nicht lieber mit Buben zusammen zur Schule gingen.
Jael hat in kurzer Zeit sehr viel English gelernt ? wenn wir noch etwas
länger geblieben wären und sie den Schritt gemacht hätte, auch in der
Freizeit auf English zu lesen (es hätten ja nicht gerade 2 bis 3 Bücher pro
Woche sein müssen, die sie auf Deutsch gelesen hat), so hätte sie sicherlich
innerhalb einiger weniger Wochen denselben Stand wie ihre gleichaltrigen
Schulkolleginnen erreicht. In der Schweiz müssen wir dann schauen, wie wir
es hinkriegen, dass sie nicht alles wieder vergisst. Noch kurz zu mir: Ich
habe es lange Zeit genossen, viel Zeit für mich zu haben, viel Lesen zu
können, dem Meer entlang oder im Park zu joggen, einige Tage alleine in den
Bergen zu Trekken oder auch mal was Besonderes zu machen (in Christchurch
ein Tandem-Skydiving von 4000 m) und dabei auch etwas die Freuden und Leiden
eines Hausmanns kennen gelernt, der nicht arbeitet. Im letzten Drittel
unseres Aufenthalts empfand ich den Alltag dann gelegentlich als langweilig,
so dass mir der Abschied von Christchurch sicher leichter fiel als Sara und
Jael. Ende März habe ich meine Bewerbungsunterlagen verschiedenen
Arbeitsvermittlungsbüros geschickt und auch Blindbewerbungen bei einzelne
Firmen gemacht, allerdings mit sehr wenig Feedback - vielleicht war es noch
etwas früh (ich möchte ab ca. Anfang September wieder arbeiten) oder
vielleicht wirkt es auch weniger seriös, wenn die Bewerbung vom anderen Ende
der Welt kommt. Wie auch immer, so werde ich dann halt weiterschauen, wenn
ich wieder zu Hause bin. Der Abschied von unseren Nachbarn sowie von den
Schulkolleginnen von Jael ist uns nicht einfach gefallen und wir alle wurden
am Schluss noch sehr verwöhnt ? in der Schule haben die Kinder in Jaels
Klasse z.B. von zu Hause köstliche Esswaren mitgenommen, so dass es einen
tollen Buffet-Zmittag gab, den Sara und ich dank eines Schulbesuchs zur
richtigen Zeit auch geniessen konnten.
Das Schreiben bei fast 35 Grad macht müde und das Meer lockt, so dass ich
langsam abbreche. In knapp 2 Wochen geht es weiter Richtung Osterinseln und
nach ca. 3 Tagen dort anschliessend via Santiago nach La Paz (auf fast 4000
m.ü.M!). Wie lange wir in Bolivien und allenfalls Peru noch unterwegs sind,
ist im Moment schwer zu sagen: Jael zieht es eindeutig nach Hause, Sara hat
zwar Lust auf Trekkings in den Anden, weiss aber nicht so recht, ob sie
dafür die anstrengenderen Seiten des Reisens in Kauf nehmen möchte und ich
weiss nicht so recht, wie wir alle Bedürfnisse unter einen Hut bringt? So
sind wir vielleicht schon im Juni zu Hause, vielleicht aber auch erst Anfang
August. Sicher ist nur, dass Jael nach den Sommerferien wieder mit ihrer
ehemaligen Klasse in die Schule gehen wird - sicherlich ohne grosse
Probleme, schulisch den Anschluss zu finden.
Wir wünschen auch allen einen angenehmen Sommer mit ähnlich viel Sonne wie
hier, aber etwas weniger hohen Temperaturen. Schickt uns doch wieder
gelegentlich ein Mail, wir freuen uns immer sehr darüber.
Herzliche Grüsse
Peter, Sara und Jael
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12.
Februar 2007
Liebe
Freunde
Seit wir euch das letzte Mal kurz vor Weihnachten geschrieben haben, ist
wieder viel passiert. Nach einer sehr stürmischen Überfahrt mit der Fähre
von Picton (Südinsel) nach Wellington (Nordinsel) mit 10 m hohen Wellen (wir
übertreiben nicht, man wurde auch auf dem obersten Deck des sehr grossen
Schiffes noch nass und die Verhältnisse waren so aussergewöhnlich, dass ein
längerer Bericht über unsere Fahrt in den NZ-Zeitungen stand (nur gut, dass
man bei euch nichts darüber gelesen hat, denn als Voraussetzung dazu hätten
wir wohl untergehen oder zumindest in die Rettungsboote umsteigen
müssen...), drei Tagen Fahrt via Taupo und Tauranga hinauf nach Auckland
(für den Weihnachtsabend haben wir uns dummerweise den schmuddeligsten
Campingplatz unserer ganzen Reise ausgesucht...) und einigen Tagen in dieser
grossen Stadt haben wir uns entschieden, nach Christchurch, der grössten
Stadt der Südinsel, zurückzureisen, um dort eine möblierte Wohnung zu
suchen. In Christchurch lässt es sich sehr angenehm leben und es gibt hier
viele Annehmlichkeiten wie Kino, Museen, Bibliotheken, Parks,
Freiluftkonzerte, Festivals etc., die an einem kleineren Ort fehlen. Nach
vier Nächten in der Jugendherberge haben wir dann auch mit etwas Glück eine
schönes, möbliertes Haus mit Garten an bester Lage (nahe beim grossen Park
und bei Zentrum) gefunden, wo wir noch bis Mitte Februar sind. Für die Zeit
danach haben wir nur 100 m entfernt an derselben Strasse ein noch
angenehmeres Haus eines Paares mieten können, welches ins Ausland verreist
ist. Wir haben bis Ostern einen Mietvertrag unterschrieben mit Option auf
Verlängerung, wenn wir dies möchten. Wir geniessen es auch, hier nicht auf
ein Auto angewiesen zu sein - es hat fast so gute ÖV-Verbindungen wie in
Zürich und wir haben inzwischen alle ein Velo.
Kurz, was wir hier so treiben:
Jael geht seit bald zwei Wochen in eine nahe gelegene private Primarschule
für Mädchen (vgl.
www.selwynhouse.school.nz).
Sie ist glücklich, wieder regelmässig mit Gleichaltrigen zusammen zu sein.
In ihrer hübschen Schuluniform sieht sie toll aus. Mit dem Englisch kommt
sie gut zurecht und sie bekommt viel Unterstützung (z.B. hat es eine
Lehrerin, die sich speziell um Fremdsprachige kümmert). |
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Da wir sie
wegen dem Englisch tendenziell eine Klasse tiefer eingeteilt haben als
aufgrund ihres Alters, geht vieles recht einfach und locker (z.B. Mathe),
aber beim Englisch, insbesondere natürlich was Reden und Schreiben betrifft,
ist sie natürlich gefordert (sie versteht schon erstaunlich viel).
Jedenfalls haben wir alle einen sehr guten Eindruck von der Schule, sehr
englisch alles. Christchurch soll die englischste Stadt von Neuseeland sein.
Sara besucht seit 5 Wochen eine Englischschule im Zentrum von Christchurch
und bereitet sich dort auf ihr "Cambridge Advanced Exam" vor, welches Mitte
März stattfindet. Sie wird ziemlich gefordert und empfindet die Qualität der
Schule als sehr gut. Wie überall an den Fremdspracheninstituten an den
angenehmen Orten dieser Welt ist der Anteil der Schweizer hoch - immerhin
sprechen sie meist englisch untereinander.
Ich bin eine Mischung aus Hausmann, Organisator, Feriengeniesser und
Arbeitsloser. Ich koche nun meist, begleite Jael teilweise in die Schule (da
es sehr nahe ist, geht sie jetzt meist allein), organisiere Visa (will man
länger als 3 Monate bleiben, so geht der Papierkrieg los (schlimmer als eine
Steuerklärung in der Schweiz). Ich habe insgesamt ca. 20 Seiten Formulare
ausgefüllt und der Höhepunkt war, als man mir mitteilte, dass ich
voraussichtlich beweisen muss, dass Jael, die ein spezielles Studentenpermit
braucht, auch wirklich unsere Tochter ist, beschaffe Infos aus dem Internet
(wir haben inzwischen ein Notebook), lese dicke Bücher, gehe mit Jael an
einem freien Nachmittag mit dem Bodyboard in die Wellen (leider ist das Meer
hier ziemlich kalt, die Wellen machen aber viel Spass) etc.
Joggen konnte ich in letzter Zeit leider nicht, da ich mir beim
"Touch-Rugby" mit Saras Schulkollegen eine Muskelzerrung zugezogen habe, die
ich nun mit Physiotherapie möglichst schnell auskuriere. Bald sollte ich
aber wieder fit sein. Ja, und dann habe ich mir noch vorgenommen, mich von
Neuseeland aus wegen einer neuen Stelle umzusehen und mich allenfalls zu
bewerben, was auch heisst, dass ich mein Bewerbungsdossier zusammenstellen
muss. Zudem mache ich gegenwärtig einen Crawlkurs (Kursbesuche für Fischen
und Segeln stehen noch aus...). |
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Zusammengefasst:
Es geht uns sehr gut hier in Christchurch, wir geniessen
die Vorzüge des Stadtlebens (dank einer ruhigen Wohnlage ohne grosse
Nachteile) und alles hat bisher ganz nach unseren Wünschen geklappt (dazu
kommt noch, dass wir unser Haus vor wenigen Tagen nochmals für drei Monate
vermieten konnten). Offen ist noch, wie lange wir hier bleiben. Die
Ansichten gehen hier teilweise etwas auseinander: Jael wollte zumindest bis
vor kurzem am liebsten sofort nach Hause (sie vermisst ihre
Schulkolleginnen, wobei wir nicht genau wissen, wie sie die Frage nach dem
liebsten Heimreisedatum jetzt im Moment gerade beantworten würde, da es ihr
in der Schule gut gefällt (zudem vermeiden wir es, diese Frage häufiger als
notwendig aufzuwerfen...), Sara möchte am liebsten noch bis im Juli hier
bleiben und ich tendiere zu einer Zwischenlösung, nämlich nach Ostern (dann
ist das erste Schulquartal fertig) weiterzureisen (zuerst nochmals ca. 1 - 2
Wochen rumreisen auf der Nordinsel, und dann weiter mit unserem
round-the-world-ticket: Französisch-Polynesien - Osterinseln - Bolivien/Peru
- Venezuela - Schweiz). So dürften wir also irgendwann zwischen Ende Mai und
August nach Hause kommen.
Zum Schluss noch unsere Kontaktdetails für die nächsten Monate - wir freuen
uns über jedes Mail, jedes Telephon (mit Skype auf unser Festnetz kostet
weniger als 2 Rappen/Minute!), jeden Brief, jedes Päckli (und auch jeden
Besuch, falls es euch auf die entgegengesetzte Seite unserer Welt zieht!)
und werden uns dafür gerne revanchieren:
Festnetz (ab 15.2.): 0064 3 356 3414 (bis 15.2.: 0064 3 355 5302)
Mobil: 0064 21 179 8030
Postadresse (ab 15.2.): 21 Clissold Street, Merivale, Christchurch 8014,
Neuseeland
Herzliche Grüsse an euch alle – macht's gut
Sara, Jael und Peter Locher
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21. Dezember 2006
Liebe Freunde
Ich habe eben mit Erstaunen festgestellt, dass der letzte Bericht bereits
1.5 Monate zurück liegt. Vor allem der letzte Monat verging wie im Flug.
Dies und Weihnachten veranlassen mich, spätabends von einem Campingplatz im
Norden der Südinsel von NZ aus etwas in die Tasten zu hauen.
Es geht uns allen gut, wir freuen uns auf die wärmere Jahreszeit in NZ
(bisher war es eher kalt hier, doch erstaunlich trocken), wir schauen uns
aber auch zunehmend nach einer festen Bleibe um, sind wir doch nun schon
mehr als 3 Monate unterwegs, und meist nur 1 oder 2 Nächte am selben Ort,
was auf die Dauer ermüdet (vor allem die Frauen unter uns). Wir haben zwar
momentan was "Festes" in Form eines Campervans, aber nur noch bis am 26.12.
Aber alles schön der Reihe nach.
In Fiji waren wir zwei Wochen, und die Zeit dort war super. Nach den
trockenen Ländern im Süden Afrikas war die tropische Vegetation und das
feuchte (aber nur selten regnerische) Klima auf Fiji sehr angenehm. Nach 15
Grad im Atlantik waren die 27 Grad des Pazifik auch ein spürbarer
Fortschritt... Die Jahreszeit war zudem sehr gut, nicht mehr Hochsaison,
aber auch noch nicht wirklich Regenzeit. Vom sich anbahnenden Putsch haben
wir vor der Einreise höchstens andeutungsweise gehört, war auch besser so,
sonst hätten wir uns gar noch überlegt, ob wir die Pläne ändern sollen.
Mit etwas Sarkasmus könnten wir zudem sagen, dass wir schon Schlimmeres
erlebt haben (nämlich den Ausbruch des Bürgerkriegs im Jemen). Zudem waren
wir schon ausser Landes, als es politisch heisser wurde. Und schliesslich
ist das ganze vor Ort meist weniger dramatisch als in der Weltpresse
dargestellt. Die Fiji-Mentalität ist offensichtlich so, dass gerne gedroht
wird, das Ganze aber nachher etwas weniger heiss gegessen wird. Jedenfalls vermuten wir, dass ihr mehr vom
Putsch gehört habt als wir - dies auch ganz einfach deshalb, weil wir recht
wenig zum Zeitung Lesen kommen.
Ein Hauptgrund für einen Fiji-Besuch sind sicher die Korallenriffe, die zu
den schönsten der Welt gehören, wenigstens entlang der kleinen Inseln. Wir
waren 1 Woche in einem kleinen Resort auf Waya (Octopus Resort), haben viel
geschnorchelt und getaucht (auch Jael war auf einem 30min Tauchgang in bis
zu 13 m Tiefe), aber auch interessante Wanderungen gemacht (Jael hat die
zwar etwas boykottiert, da ihr das Wetter zu heiss war). Sara fand zudem,
dass das Essen noch nirgends so gut war wie dort. Das Resort war auch ein
gutes Bsp., wie Tourismus funktionieren sollte: Es werden praktisch nur
lokale Lebensmittel verwendet, die im nahen Dorf angebaut werden und einige
Dutzend Leute aus diesem hatten Arbeit; zudem war das Dorf nahe, so dass man
als Tourist für verschiedene Gelegenheiten ins Dorf eingeladen wurde
(Besuche Kindergarten, Kirche etc.), und alles war zu Fuss möglich (es gibt
dort keine Strassen). Wirklich in jeder Hinsicht zu empfehlen, wenn man
"gerade mal auf Fiji
ist".
Zur Abrundung sind wir dann noch per Einheimischen-Bus rund um die
Hauptinsel gereist. Obwohl man in einem Tag rund herum fahren könnte,
ändert die Vegetation stark, da die Regenmenge sehr unterschiedlich ist.
Einen Tag haben wir noch eine Bootsfahrt auf einem Fluss durch den Regenwald
gemacht (so könnten wir eigentlich das Thema Regenwald auch abhaken).
Vor einem Monat sind wir dann nach Christchurch weitergeflogen. Am ersten
Tag war es sommerlich warm, dann wurde es aber fast schon winterlich mit
Schnee runter bis auf 600 m. Zuerst mussten wir uns deshalb mit warmen
Kleidern eindecken, glücklicherweise begann am 1.12. der Ausverkauf. Jael
bekam ein Velo zum Austoben, so können wir nun joggen und sie kann
mithalten. Und dann galt es, einen Campervan für die nächsten Wochen zu
finden. Wir konnten davon profitieren, dass viele Leute ihren Camper in
Auckland übernehmen und in Christchurch abgeben. Da zudem um Weihnachten
die absolute Hochsaison beginnt, gibt es günstige "relocation"-Angebote,
ein Fahrzeug von Christchurch nach Auckland zu überführen (wir zahlten
alles inkl. umgerechnet nur Fr. 55.- pro Tag, weniger als die Hälfte des
Normalpreises). Zukünftige NZ-Reisende merkt euch: Ende November (oder
vorher) nach Christchurch reisen, an Weihnachten ab Auckland zurück (am
besten gleich in die Skiferien...), und die Nerven haben, erst vor Ort einen Camper zu buchen.
Kurz grob die Route, die wir gefahren sind, falls ihr eine NZ-Karte greifbar
habt oder schon dort wart: Lake Tekapo (erinnerte uns ans Engadin,
allerdings war das Blau noch intensiver und der See einiges grösser),
Wanaka, Queenstown (erinnerte uns vom Verkehr her an St. Moritz, allerdings
mit jüngerem Publikum, haben wir jedenfalls baldmöglichst wieder in
Richtung ruhigerer Orte verlassen), unten rum zum Milford Sound (Sara hat
gleichzeitig eine achtfach kürzere Route, den Routeburn-track, in 3 Tagen
zu Fuss gemacht), dann die wunderschöne, von Regenwäldern, Bergen und
wilden Küsten durchsetzte Westküste hoch (immer bei bestem Wetter, was
für die Gegend ungewöhnlich ist) und schliesslich an die Nordküste
(Nelson sowie Abel Tasman Nationalpark). Das Schöne in einem Satz
zusammengefasst: weite, menschenleere Landschaften, Tausende von Schafen,
Berge und Seen so schön wie in der CH (aber viel einsamer), wunderschöne
Regenwälder, wenig Verkehr, schöne Küsten (aber nur bedingt geeignet zum Baden, wir waren nur einmal im Meer, mehrmals
aber in Seen/Bächen). Und das weniger Schöne: sand-flys, die unbemerkt
stechen, was einem nachher gewaltig beisst (vor all in der Wildnis des
Südwestens eine Pest).
So geht es nun weiter: Morgen setzen wir auf die Nordinsel über und am
26.12. geben wir unseren Camper in Auckland ab. Dann gibt es 2
Möglichkeiten: Rumreisen auf der Nordinsel (da Höchstsaison aber schlecht, Unterkünfte sind sehr schwierig zu finden) oder Niederlassen in einer
möblierten Wohnung und das Erkunden der Nordinsel auf touristisch ruhigere
Zeiten verschieben. Wir haben in Motueka (Norden der Südinsel) ein Haus in
Aussicht, das uns recht gut gefällt, und es sieht danach aus, dass Jael
dort auch in die Schule könnte nach den Sommerferien (ab Anf. Feb.), nur
hat es leider keine Englischschule in der Nähe für Sara. Noch haben wir
nichts entschieden, es sieht aber eher danach aus, das wir bald eine Wohnung
mieten. Wir melden uns dann, wenn es soweit ist, und ihr könnt uns gegen
Voranmeldung gerne besuchen kommen (ganz im Ernst)...
Für mich ist nun Zeit zum Schlafen, für euch wohl Zeit für Schlussspurt
im Beruf bzw. Weihnachtsferien, Päckli einpacken, was auch immer. Wir
wünschen euch eine ruhige, friedliche Weihnachtszeit und einen guten Rutsch
ins 2007. Wir freuen uns über jedes noch so kurze Mail von euch und danken
dafür im voraus.
Herzliche Grüsse aus down-under
Peter, Sara und Jael
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7. November 2006
Liebe Freunde
Nach bald zwei Monaten machen wir heute kurz Station in Sydney (morgen geht
es bereits weiter auf die Fiji-Inseln - komisch, nur so kurz im schönen
Sydney, die Regeln für die Zahl der zulässigen stopovers bei einem
round-the-world-ticket sind da schuld) und dank der Internet-Infrastruktur
und dem jetlag können wir mal wieder ein Rundmail in Angriff nehmen...
Die letzten 5 Wochen in Namibia (inkl. wenige Tage in Botswana und Sambia)
haben wir sehr genossen. Mit Ausnahme des Nordens, wo die meisten Leute
leben, haben wir einen guten Überblick über Namibia bekommen. Die Weite
und Einsamkeit der Landschaft ist eindrücklich, manchmal schon fast
beängstigend - das pure Gegenteil des vollen Europa. Hier sind die Farmen
100 km2 gross; dass es sich um solche handelt, sieht man aber meist nur an
den Zäunen, die (trockene) Natur ist hier meist zu widerspenstig, als dass
man sie als Farmer so einfach umgestalten könnte. Und so gibt es meist
Wildtiere (oder Touristen) auf den Farmen und nur wenige Kühe oder Ziegen.
Und man bekommt auch ein Gefühl, wie schwierig bei der dünnen Besiedlung
und der Trockenheit eine (land-)wirtschaftliche Entwicklung ist (dazu kommt,
dass die afrikanische Mentalität diese Entwicklung, so sie denn überhaupt
erwünscht ist, auch nicht gerade fördert - die wenigen Weissen haben hier
entsprechend ein sehr grosses wirtschaftliches Gewicht). So ist Namibia auch weitgehend abhängig von Südafrika, was man immer wieder spürt. Verglichen mit
anderen Ländern wie Sambia, Uganda, Kenia etc. ist der Standard von
Infrastruktur sehr gut, und wirklich bittere Armut sieht man eigentlich
kaum, auch nicht in den (eher kleinen) Townships (Armut aber sehr wohl) -
wir konnten einmal in einer Tour eines besuchen, was sehr interessant war.
Dabei gäbe es anlässlich eines afrikanischen Abendessens auch die
Namibische Köstlichkeit Mopane-Würmer zu kosten - ich habe es tapfer
gemacht, Jael und Sara passten...
Noch etwas mehr zu uns: Jael (und auch wir) waren von den Wildtieren, vor
allem im Etoschapark und dann auch in Botswana (Chobe), sehr begeistert -
wir freuen uns, euch dann einmal die vielen schonen Bilder zu zeigen, auch
von den Landschaften. Im Caprivi-strip (Nordosten Namibias) sahen wir auch
etwas das afrikanische, traditionelle Leben in einfachen Hütten ausserhalb
der Städte (in vielen Gebieten gibt es nur einige wenige Städte und
eigentlich gar keine Dörfer mit Schwarzen, da es schlicht zu trocken ist).
Wir geniessen es, Zeit für uns und füreinander zu haben und mal ohne
belastende Pendenzen im Hinterkopf (höchstens mal die Mails - sorry, wenn
wir, auch wegen mangelnder Infrastruktur, uns primär mit Rundmails
melden...) in den Tag hinein leben zu können. Jael hat das Lesen voll
entdeckt, sie verschlingt Ihre Bücher nur so (manchmal 1 pro Tag...); es
wird immer mehr zu einer logistischen Herausforderung, überall genügen
deutschsprachige Kinderbücher zu haben, ohne einen Träger mitzunehmen... Mit der schulischen Ausbildung von
Jael nehmen wir es bisher wohl etwas gar locker, für Neuseeland haben wir
uns da noch etwas mehr vorgenommen, beim Rumreisen ist es auch nicht ganz
einfach, und wenn wir mal etwas länger irgendwo geblieben sind (z.B.
Swakopmund), haben wir uns diesbezüglich ganz tapfer geschlagen... Wir
gehen halt davon aus, dass sie das Wichtigste etwas schneller lernt (es gibt
gute Anzeichen dafür) und vieles auf anderem Weg mitbekommt.
So, es ist mal wieder Zeit, ins Bett zu gehen. Wir melden uns das nächste
Mal vermutlich aus Neuseeland und freuen uns jetzt auf ca. 3 Wochen Fidji
mit Strand, Sonne, Korallenriffen, Schnorcheln, Lesen, ...
Machts gut, bis bald, und im voraus vielen Dank für eure Mails mit
Neuigkeiten von euch.
Peter, Sara und Jael
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26. September 2006
Liebe Freunde
Wir sind nun seit beinahe 2 Wochen unterwegs in Südafrika. Bevor wir morgen
weiterfliegen nach Windhoek (Namibia) ist es an der Zeit, euch erste
Eindrücke und Erlebnisse mitzuteilen. Obwohl wir vorgewarnt waren und uns
aufmerksam im Internet über die Vorschriften in Heathrow informierten,
wurde uns in London sowohl Zahnpasta als auch - was wir reichlich frech
fanden - ein Sonnenschutz-Lippenstift (fest, keine Spur von Flüssigkeit,
auch mit noch so viel CIA-Phantasie) abgenommen. Dieselbe Zahnpasta konnte
man dann 20 m weiter im dutyfree wieder kaufen und auch mit ins Flugzeug
nehmen ... Der Flug war recht lang, entsprechend etwas anstrengend und nach
dem Stress mit Projekt- und Hausübergabe, Packen etc. sind wir es in Cape
Town eher ruhig angegangen. Die ersten Eindrücke waren: Dichter, eher
stressiger Verkehr (das Umgewöhnen auf Linksverkehr lässt tut sein
Übriges dazu), riesige Blechhüttensiedlungen nahe der Autobahn, kurz
darauf schöne Villenquartiere - halt die erwarteten, enormen Unterschiede zwischen Arm und Reich, wie wir sie
erwartet haben -, schöne Landschaft mit Meer und unübersehbar der
Tafelberg.
An einer schönen Bucht in Camps Bay lag unser gaest house für die ersten
Tage, direkt unter dem lang gezogenen Tafelberg mit Blick über den Atlantik;
vor allem am Abend herrscht da eine tolle Stimmung. Als Berggewohnte haben
wir natürlich den Tafelberg in Rekordzeit bestiegen und brauchten (trotz
gelegentlichem Motzen von Jael ob der Steilheit des Wegs) kaum die Hälfte
der Zeit, die für Durchschnittstouristen angegeben wird, welche mit den
steilen Wegen wohl teilweise etwas ge- oder überfordert sind. Der Berg
macht einen sehr wilden Eindruck, vor allem wenn, wie wir es erlebt haben,
kalte Winde Nebelschwaden herum blasen. Cape Town mag als Stadt höchstens
durchschnittlich sein, aber die Lage in unmittelbarer Nähe des steilen, sehr
ästhetischen Tafelbergs sowie der wilde Atlantik (der uns anfänglich zum
Baden mit ca. 15 Grad noch zu kalt war) machen aus ihr schon was Besonderes.
Nach 3 Tagen in Cape Town haben wir dann eine knappe Woche deren Umgebung
erkundet: Kap-Halbinsel (mit dem Kap der guten Hoffnung), die Küste bei
Hermanus und die Weinbaugebiete um Franschhoek waren die wichtigsten
Stationen. Nach anfänglich wechselhaftem Wetter wurde es immer schöner,
allerdings war es höchstens bei Windstille tagsüber einigermassen warm,
bei Wind jedoch rasch sehr frisch. Auch die Abende sind erstaunlich kühl,
so dass Sara schon mal Nachschub an warmer Wäsche für die Zeit in Namibia
bestellt hat... Gefallen hat uns insbesondere die schöne Vegetation mit den
vielen Blumen in voller Blüte und das immer wilde Meer. Jael war
begeistert, Wale vom Festland aus in nächster Nähe zu sehen (sie schwimmen
von der Antarktis aus in die geschützten Buchten Südafrikas, um dort ihre
Jungen zu gebären). Und auch die Pinguine waren lustig. In Hermanus haben
Jael und ich mich dann auch das erste Mal in die ufernahen Wellen geworfen
(Schwimmen war bei den hohen Wellen kaum möglich bzw. Sara hätte es nicht zugelassen...) - eine
erfrischende Sache, aber Wellen sind einfach etwas Faszinierendes. Sara war
es noch zu wild und kühl und sie wartet lieber ab bis Fidji...
Für den Auftakt und um etwas zu Akklimatisieren war Cape Town und Umgebung
ideal, auch wenn uns Leute, Häuser und Autos in gewissen Quartieren
Kapstadts eher an die Haslihalde erinnert haben als an Afrika. Nun freuen
wir uns auf das etwas wildere Afrika Namibias, auch wenn es da nicht ganz so
ursprünglich sein wird wie wir es auf unserer letzten längeren Afrikareise
durch Ethiopien, Ostafrika etc teilweise erleben durften (bzw. wir besuchen
die entsprechenden Gebiete im Norden Namibias nicht, wo noch sehr
traditionell gelebt wird).
Wir freuen uns sehr über alle eure Nachrichten von zu Hause. Bitte löscht
unsere bisherige E-Mail-Adresse pslocher@hispeed.ch und verwendet nur noch
die Absenderadresse (kann bei
run4fun.ch bezogen werden) Bitte löscht auch meine Geschäftsadresse ...@ebp.ch - das Konto wird nicht so rasch
gelöscht und alle Mails gelesen... Bitte habt Verständnis, wenn wir nicht
auf alle Mails unmittelbar antworten können und uns teilweise mit
"Massenmails" behelfen müssen - wir haben auch nicht immer Internetzugang.
Wir melden uns gelegentlich wieder aus Namibia.
Herzliche Grüsse in den hoffentlich immer noch warmen, sonnigen Herbst in
der Schweiz.
Peter, Sara und Jael Locher
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